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19.03.2014 – Helmut Peuser erhält Bundesverdienstkreuz

Bouffier: Bürgerdialog ist sein Lebenswerk

LIMBURG-WEILBURG. Was hat dieser Mann nicht schon alles gemacht? War Landtagsabgeordneter der CDU über 19 Jahre. Saß im Landesvorsitz der CDU Hessen. War über 42 Jahre Kreisbeigeordneter. Führte den CDU-Stadtverband Limburg und den Kreisverband. Saß dreimal in der Bundesversammlung zur Wahl eines Bundespräsidenten. Organisierte 40 Wahlkämpfe. Holte Polit-Größen wie Strauß, Kohl, Merkel oder Schäuble in unsere Region.

Doch das ist nur die politische Seite, die einen Helmut Peuser charakterisiert. Was ihn dazu befähigt, das Bundesverdienstkreuz am Bande zu erhalten, lässt sich nicht nur durch eine Auflistung seiner Karrierestationen erklären. Da kommt viel ehrenamtliche Arbeit hinzu, beispielsweise für die Leprahilfe oder in zahlreichen Vereinen. Und viel Menschliches.

Denn eines war Helmut Peuser nach Aussage des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier vor allen Dingen: ein verlässlischer, bodennaher Mensch, der sich ohne lautes Tamtam für in Not geratene Bürger stark machte, der Ungerechtigkeit nie akzeptieren wolle. Der die Bedeutung beispielsweise von Rettungsdiensten und Feuerwehren erkannte und immer wieder forcierte. Der sich Respekt und Anerkennung über die Parteigrenzen hinweg verdiente.

Im Kreishaus Limburg nahm Helmut Peuser das längst fällige Verdienstkreuz von Volker Bouffier entgegen, nachdem Landrat Manfred Michel die Ehrengäste und vielen Weggefährten des 73-Jährigen begrüßen konnet. Mit der ihm eigenen augenzwinkernden Art gab Peuser zu, schon lange von der Ehre gewusst zu haben, die ihm zuteil werden sollte. „Ich bestand darauf, diese Auszeichnung aus den Händen des Ministerpräsidenten und hier im Limburger Kreishaus zu erhalten“, berichtete er, ohne dabei jemals überheblich zu wirken. Der Wahlkampf, die Koalitionsgespräche, etliche Termine hatten die Verleihung herausgezögert. Mit einer gehörigen Portion Pragmatismus sagte Peuser: „Hätte ja sein können, dass die CDU in Hessen nicht mehr die Regierung bildet.“ Daher habe er Bouffier das Versprechen abringen können, notfalls am letzten Tag seiner Amtsgeschäfte die Verleihung vorzunehmen.

Mit geradezu perfektem Gedächtnis rezitierte Bouffier, den eine jahrelange Freundschaft mit dem Erbacher verbindet, die entscheidenden Ereignisse in Peusers politischem Leben. Aber auch seiner Herkunft. Denn eines habe Peuser sehr geprägt: die Rolle seines Vaters. Der war Polsterermeister, aktiv in der Zentrumspartei und ein Gegner der Nazis. Daher setzte ihn der damalige US-Kreiskommandant 1945 als Bürgermeister von Erbach im Taunus ein. Weil die Mutter früh starb, musste sich die ältere Schwester Marga um die Familie kümmern – zulasten einer besseren schulischen Ausbildung.

Helmut Peuser begann eine Schreinerlehre, die er 1963 mit der Meisterprüfung abschloss (als jüngster Meister Hessens). Danach war er noch einige Jahre als selbständiger Handwerker tätig, bevor der politische Werdegang dominierte. Der startete 1964 als stellv. Kreisvorsitzender der Jungen Union Limburg-Weilburg, führte über den CDU-Kreisvorstand in die Kreisgeschäftsstelle, in den Kreistag – und schließlich, von 1995 bis 2014, in den Landtag. Er erlebte die CDU in der Rolle der Opposition, später mit Regierungsverantwortung.

Seine Erfolge auf politischer Ebene sind enorm. Auf ihn ging maßgeblich die Gründung von Bambini-Feuerwehren zurück, sagte Bouffier als ein Beispiel unter vielen. Und in der heimischen Region habe Helmut Peuser dafür gesorgt, dass der CDU-Kreisverband als einer der besten in ganz Hessen aufgestellt sei.

Landrat Manfred Michel gab zu: „Ohne Helmut Peuser hätte es meine zweite Karriere in der Politik vermutlich nicht gegeben.“ Er bedankte sich für die jahrelange Förderung, beschrieb seinen Freund aber auch als Menschen, der gerne mal Späße machte. Dazu erwiderte der Geehrte: „Man muss auch mal was Lustiges machen. Politik wäre sonst manchmal nicht ertragbar.“

Beim Ministerpräsidenten bedankte sich Helmut Peuser mit den Worten: „Ich war beeindruckt von dem, was du alles aufzähltest. Das meiste davon hat sogar gestimmt!“

Helmut Peuser war zum Zeitpunkt der Auszeichnung seit 28 Tagen in Rente. Er gehe viel wandern, erforsche rund um Erbach die Orte, die er schon als Kind besuchte, genieße die Zeit. Zur sehr ausruhen solle er sich aber nicht, empfahl ihm Bouffier. Sein ehrenamtliches Engagement werde nach wie vor hoch geschätzt. (Text+Foto: Mirko Bader)

Der Männergesangverein „Eintracht“ Erbach/Ts. gratuliert seinem Mitglied Helmut Peuser ganz herzlich zu dieser außerordentlichen Ehrung.

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