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AW vom 02.06.2018: “Chorwettbewerb in Erbach setzt Maßstäbe”

Männergesangsverein „Eintracht“ Erbach begeistert als Organisator einer kulturellen Großveranstaltung mit 900 Sängern

ERBACH. -cm- „In über 40 Jahren aktiver Gesangstätigkeit war ich noch bei keiner Veranstaltung, die dermaßen perfekt geplant und durchorganisiert worden ist. Unser ganzer Chor war hellauf begeistert“, schwärmt Wolfgang Koch, Geschäftsführer der „Harmonie-Liederkranz“ Eschelbach über den Chorwettbewerb in Erbach, den der Männergesangsverein „Eintracht“ zu seinem 125-jährigem Bestehen organisiert hat. Man werde noch lange davon sprechen, so Koch – ein Votum, das an diesem Tag mehrmals in und um die Erlenbachhalle gefallen ist.

Erbacher Fahnen schmückten bereits am frühen Morgen den Horstweg und den Schellersberg, die zum Zweck der Anfahrt der rund 25 Busse und der „Wanderung“ der 900 Sängerinnen und Sänger zwischen Erlenbachhalle und dem Wettbewerbsort in der Erbacher Kirche St. Mauritius für den normalen Verkehr gesperrt wurden. Früh am Morgen rollten die ersten Busse an. Meister in der Kategorie „Frühaufsteher“ war der gemischte Chor „Felicita“ im Gesangsverein Heiterkeit-Sängerkranz Großen Buseck, dessen Sängerinnen und Sänger als erste zum Einsingen an der Regenbogenschule eintrafen. Sie eröffneten den Chorwettbewerb eindrucksvoll und wurden am frühen Abend bei der Punktevergabe in der Erlenbachhalle auch mit einem Golddiplom (22,67 Punkte), dem ersten Klassen- und Dirigentenpreis belohnt.

Stimmgewaltiger Chorgesang

Die 26 gemeldeten Chöre lieferten allesamt gute Beiträge ab, wobei einige auch durch ihre Mannschaftsstärke überzeugten. So füllte die Sängervereinigung Liederkranz-Germania Ober-Erlenbach unter der Leitung von Daniel Sans mit ihren 70 Sängerinnen und Sängern den gesamten Altarraum aus.

„Große Chöre neigen dazu sehr schnell zu laut zu werden, doch bei einer so guten Akustik, wie wir sie hier in der Erbacher Kirche haben, sind es oft die leisen Töne, die besonders den Juroren und dem Publikum im Gedächtnis hängen bleiben. Fährt ein großer Chor zu laut, gehen die einzelnen Stimmen unter“, erklärt Karl-Wilhelm Dünnes, Chorleiter der „Eintracht“ Erbach, das Phänomen, dass dem größten Chor der Veranstaltung ein wenig zum Verhängnis wurde. Die Sängerinnen und Sänger aus Ober-Erlenbach konnten zwar ein Bronzediplom (17,83 Punkte) erzielen, mussten allerdings mit dem letzten Klassenplatz vorlieb nehmen. Ganz anders präsentierte sich hingegen der Chor „Principium Canti“, der außer Konkurrenz in der Sonderklasse auftrat. Die zehn Sänger aus Lindenholzhausen sorgten mit ihren Beiträgen für stehende Ovationen und stürmenden Applaus. Die erst kürzlich gegründete Formation schnupperte in Erbach zum ersten Mal Wettbewerbsluft. So war die Dankbarkeit für die Möglichkeit zum Auftritt beim sakralen Chorwettbewerb auf Seiten der Lindenholzhäuser sehr groß: „Dieser Tag war für jeden von uns unvergesslich und etwas ganz besonderes“, meint Nik Giehl von „Principium Canti“, die sehr viel Spaß auf der Bühne in der Erbacher Kirche hatten.

Viele Helfer machen den Wettbewerb zum Fest

Nach dem Auftritt genehmigten sich die rund 900 Sängerinnen und Sänger an der Erlenbachhalle bei den teilweise heißen Temperaturen das eine oder andere kühle Bier. Die Erbacher „Eintracht“ hatte den Vorplatz in einen großen Biergarten verwandelt. Die schattigen Plätze unter den Schirmen waren schnell vergriffen und die Sänger stimmten zur Freude der Gäste zahlreiche Lieder an. Ab und zu war auch eine mitgebrachte Trompete zu hören, die die Leute zum mitsingen animierte.

In der Erlenbachhalle sorgten die „Lorcher Schloßbergmusikanten“ für gute Stimmung, die allerdings fast zu kippen drohte, als sich die Bekanntgabe der Punkte ein wenig verzögerte. Als Moderator Marcus Schüler die Bühne betrat war die Erlenbachhalle voller Sänger, die jede Vergabe der Wertungsrichter eifrig mitschrieben. Es herrschte eine Atmosphäre wie beim Eurovision Songcontest: Jubel brach aus, als klar wurde, dass der Gesangsverein Harmonie Bernbach mit einem Durchschnittswert von 23,92 Punkten den Tageshöchstpreis und ein Golddiplom gewann.

Einen weiteren Sonderpreis in Form eines gläsernen Notenschlüssels erhielt der Männerchor „Frohe Stunde“ Weroth (Gospel) sowie der Gesangsverein „Teutonia“ Nordeck (Zeitgenössisches Chorwerk).

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