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CA vom 04.06.2020: „Männerchor im Videochat“

MGV Eintracht Erbach trifft sich virtuell regelmäßig zum Austausch

ERBACH (ca). Dass sie derzeit nicht gemeinsam im gewohnten Übungsraum singen können, ist besonders für die Chöre der Region eine große Herausforderung. Der Männergesangverein Eintracht Erbach geht deshalb mit der Zeit und trifft sich nun regelmäßig zum Videochat.

Beim ersten dieser Art kam fast der gesamte Männerchor zusammen. Einer, der sich besonders freute, seine Sängerfreunde wiederzusehen, war Thomas Becker. Der Erbacher hatte bei der ersten Videoschalte mit dem Männerchor Geburtstag. Spontan stimmten einige Sänger ein Geburtstagslied an, aber Chorleiter Karl-Wilhelm Dünnes winkte ab. „Das klingt einfach zu blechern. Wir bringen Zoom damit zum Surren“, so der Westerwälder, der live zugeschaltet war. „Wir halten über Zoom keine Chorproben ab.

Dafür ist dieses Tool einfach nicht geschaffen. Zur Probe gehört der direkte Dialog zwischen den Sängern und dem Dirigenten, das Anleiten und das Zuhören“, wie der engagierte Chorleiter darlegt. Beim ersten Onlinetreffen machen sich auch einige alltäglich erscheinende Hintergrundphänomene bemerkbar, die eine Chorprobe über Zoom zusätzlich erschweren würden: Bei einem Sänger klingelt das Telefon, bei einem anderen flimmert im Hintergrund der Fernseher in der Wohnung mit. „Das erinnert alles an die Zeit der Kurzwellenübertragung“, stellt Manfred Hahne, stellvertretender Chorleiter, amüsiert fest.

Tobias Schuhen hat seine Sängerfreunde gut im Blick. Der zweite Vorsitzende der Eintracht Erbach hat mit dem Vorstand diese moderne Kommunikation über Videochat angeregt. Foto: Müller

Statt gemeinsam Online zu singen, haben sich Michael Schüler, MGV-Vorsitzender und Dünnes eine bessere Alternative einfallen lassen, die allerdings auch die Disziplin der aktiven Sänger einfordert: „Derzeit proben wir mit MP3-Dateien, die jeder Sänger von unserem Chorleiter je nach Stimme zugeschickt bekommt“, erklärt Schüler. Mit Kopfhörer am PC könne man diese neben dem Lesen der entsprechenden Partitur dann selbstständig üben. Eines dieser Stücke ist beispielsweise das Abendlied von Alwin M. Schronen. Der Vorsitzende und auch der Vereinsvorstand sind zufrieden mit der Resonanz der Sänger bei der ersten Videokonferenz dieser Art und man beschließt, dass man sich nun regelmäßig in diesem Format treffen möchte, um sich über die eigenen gesanglichen Übungen auszutauschen und über die angedachten Hygienekonzepte des Hessischen Sängerbundes zu diskutieren. Besonders die Ansteckungsgefahr über Aerosole wird sehr eingehend vom Männerchor verfolgt.

„Kürzlich haben wir auch gemeinsam uns ein Video von einem professionellen, tschechischen Chor angesehen, der mit Maske gesungen hat. Für uns kommt das aber nicht in Frage“, so Schüler auf Anfrage dieser Zeitung. Dennoch schaut man positiv in die Zukunft: „Unsere Gemeinschaft hat dieses verdammte Virus jedenfalls noch nicht kleingekriegt“, so der Vorsitzende abschließend.

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