Aktuelles

LA vom 02.10.2018: „Der Erbacher Hubert Weyrich feierte seinen 90. Geburtstag“

Gratulanten sind am Samstag ins „Waldschloß“ eingeladen

ERBACH. -hv- Als Hubert Weyrich gestern, am Montag 1. Oktober, seinen 90.Geburtstag feierte, blickte er auf ein nicht immer leichtes aber erfülltes Leben zurück.

Wer dem Jubilar persönlich zum 90. Geburtstag gratulieren möchte, ist am Samstag, den 6. Oktober (10 – 12 Uhr), im Bad Camberger „Waldschloß“ herzlich willkommen. In dem Haus in dem er am 1. Oktober 1928 in der Limburgerstrasse 111 in Erbach das Licht der Welt erblickte, wohnt Hubert Weyrich auch heute, nach 90 Jahren noch. Das Haus hat sein Großvater 1905 gebaut, hier lebten seine Eltern und hier in diesem Haus ist er geboren, ein wie er sich selbst bezeichnet “Eingefleischter Erbacher” der sich hier in all den Jahren sehr wohl fühlte und auch heute noch sehr wohl fühlt.

1934 wurde er in der Erbacher Volksschule eingeschult, 1939 wechselte er nach Camberg auf die Mittelschule und ab 1943 besuchte er die “Städtische Oberschule für Jungen” (heutige Tielemannschule) in Limburg. Hier legte er 1948 sein Abitur ab.

Nach seinem bestandenen Abitur ging er zum Studium nach Frankfurt. Hier hat er auf Lehramt studiert mit dem Ziel Gymnasiallehrer in Geschichte, Deutsch und Gemeinschaftskunde zu werden. Sein 1.Examen legte er 1957 in Frankfurt ab und das zweite 1959. In Frankfurt lehrte er als Assessor am Lessing Gymnasium. Da er aber nicht in Frankfurt wohnen wollte, fuhr er täglich mit dem Zug von Erbach nach Frankfurt. Die Fahrt nach Frankfurt absolvierte er 17 Jahre, ehe er 1976 zur Pestalozzischule nach Idstein wechselte und dort bis zu seiner Pensionierung 1991 unterrichtete.

Im Privatleben erlebte Hubert Weyrich gute Zeiten, aber auch schreckliche Erlebnisse, die er bis heute nicht vergessen kann. Von August 1944 bis Januar 1945 war er als Flaghelfer in Hanau und Dieburg stationiert, ehe etwas passierte das sein Leben bis zum heutigen Tag bestimmt. Er wollte es im Gespräch mit dem Schreiber dieser Zeilen gerne erzählen und sichtlich ergriffen erzählte er von einem ihm unvergessenen Erlebnis am 28.2.1945. Mit zwei Kameraden wurde Hubert Weyrich noch kurz vor Kriegsende zum RAD (Reichsarbeitsdienst) eingezogen. Auf dem Weg dorthin mit dem Zug griffen Jagdbomber den Zug an, er hatte großes Glück und bekam nur einen Splitter im Bein ab, aber er sah wie seine beiden Kameraden neben ihm starben. Dies ist bis heute in seinem Kopf eingebrannt. Er kam in Amerikanische Gefangenschaft, aus der er im Juni 1945 entlassen wurde und wieder nach Erbach zurück kehrte.

Sein schönster Moment war, als er seine aus dem Trierer Raum stammende Franziska 1957 heiratete und sie zu ihm in sein Erbacher Elternhaus zog. Genau 60 Jahre waren Hubert und Franziska verheiratet, ehe seine Frau im letzten Jahr leider verstorben ist. Ein Sohn ging aus der Ehe hervor, er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern Anna und Verena in Limburg und die ganze Familie hat sehr zur Freude von Hubert Weyrich ein tolles Verhältnis zu ihm, er freut sich immer, wenn sie ihn in Erbach besuchen.

Seit im letzten Jahr seine Frau verstorben ist lebt Hubert Weyrich alleine in seinem Elternhaus. Er ist noch top fit, sichtlich stolz erzählt er das er sich größtenteils um den Haushalt kümmert, seine Wäsche erledigt, er geht mit seinem Wägelchen in den zum Glück nur wenige Meter entfernten REWE Markt einkaufen und erledigt die meisten Dinge des Alltags noch vollkommen selbstständig. Lediglich eine Putzhilfe kommt zur Unterstützung ins Haus und schwere Arbeiten erledigt sein Sohn.

Bis Anfang des Jahres ist er noch ohne Probleme mit dem Auto gefahren, dann hat er auf Bitten seines Sohnes vor einigen Monaten zur Sicherheit, vollkommen freiwillig, den Führerschein abgegeben. Über 60 Jahre, von 1946 bis 2008 war er aktiver Sänger beim MGV “Eintracht” Erbach und ist bis heute förderndes Mitglied. Beim SV Erbach ist er seit 73 Jahren ! Mitglied. Kurz nach dem Krieg war er bei der Gründung des Verschönerungsvereines dabei, ihm hält er als förderndes Mitglied bis heute die Treue.

Seit 1960, also seit 58 Jahren hält er bis zum heutigen Tag dem Erbacher Kirchenchor die Treue, davon war er 40 Jahre als Dirigent tätig.

Außerdem spielt er ab und zu auf dem Klavier und singt dabei, dies erinnert ihn an die gemeinsame Hausmusik mit seiner Frau Franziska. Nach seinen Wünschen gefragt antwortete er ohne Zögern das er sich noch einige Jahre gemeinsam mit seiner Familie wünscht, dass sein Sohn mit seiner Frau und seinen Kindern weiterhin oft zu Besuch kommen und das er hier in seinem Elternhaus bleiben kann, denn wie er lächelnd sagte, könne er sich auch keine bessere Nachbarschaft wünschen, dafür sei er sehr dankbar.

Top

Comments are closed.

Top