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NNP vom 02.09.2021: „Wir haben uns nicht unterkriegen lassen“

ERBACH Benefizkonzert bringt 2500 Euro für die Flutopfer im Ahrtal

Der erste öffentliche Konzert des Sängerkreises Limburg seit Ausbruch der Corona-Pandemie – laut Sängerkreisvorsitzenden Gerhard Voss – fand in der Erbacher Erlenbachhalle statt. Dort hatte der MGV „Eintracht“ Erbach zu seinem Sommer-/Benefizkonzert eingeladen. 100 Besucher waren dem Veranstalter erlaubt. 96 hatten sich angemeldet, die mit ausreichend Abstand unter den Gruppen im Saal saßen.

An Spenden für die Hochwasseropfer im Ahrtal kamen 2500 Euro zusammen. Wie Vorsitzender Michael Schüler erklärte, werde das Geld direkt über ein Konto des Landkreises in Ahrweiler an die Betroffenen gehen. Denn die Menschen dort wüssten am besten, wo das Geld am meisten benötigt werde.

Vorr nutzte die Gelegenheit auch, verdiente „Eintracht“-Sänger zu ehren. Michael Schüler und Bruno Kreser sind seit 50 Jahren aktive Sänger, Willibald Hofmann gehört dem Chor bereits seit 40 Jahren an. Michael Schüler erzählte, dass das Konzert auf die Beine gestellt worden sei, weil die Sänger einem Publikum hätten präsentieren wollen, was sie die letzten Monate bei den Proben im Freien einstudiert hätten.

Genehmigung unter strengen Auflagen

„Als Chor braucht man einfach ein Ziel“, erläuterte der Vorsitzende. Nach dem schrecklichen Hochwasser habe es sich, so Schüler, angeboten, das Konzert mit einer Spendenaktion zu verbinden. Das Konzert habe nur stattfinden können, weil die Stadt Bad Camberg unter strengen Auflagen ihre Genehmigung erteilt habe. So musste jeder, der Einlass wollte, geimpft, getestet oder genesen sein. „Wir haben in Erbach auch den Vorteil, dass wir eine moderne Lüftungsanlage in der Halle haben“, sagte Schüler. Die hole die beim Singen in die Luft geblasenen Aerosole heraus.

Das Konzert wurde mit elf Liedern kurzgehalten. In der Pause wurde auch noch einmal frisch durchgelüftet. Alle Sänger behielten beim Gang auf die Bühne die Masken auf, bis sie an ihren Plätzen standen. Michael Schüler zeigte sich sichtlich froh, dass das Konzert stattfinden konnte. „Corona hat vieles verändert, den Chorgesang zum Erliegen gebracht. Aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen“, erzählte er.

2021 sei zum Glück schon wieder mehr gegangen als im letzten Jahr. Seit Juni sei mit Dirigent Karl-Wilhelm Dünnes wieder im Freien geprobt worden. Seit ein paar Wochen dürfe sich die „Eintracht“ zu den Proben wieder in der Erlenbachhalle treffen und habe ohne Sommerpause bis zum Konzert durchgeprobt. Schüler berichtete, dass Proben im Freien natürlich von der Qualität nicht mit normalen Proben vergleichbar seien. „Aber wir haben es genossen, endlich wieder zusammen singen zu dürfen“, so Schüler. Seit fast drei Jahren könne nun endlich in Erbach Chorgesang wieder live präsentiert werden. Dünnes sagte zum Publikum: „Das macht ja den Chorgesang aus, vor Publikum aufzutreten und somit einen Beitrag zum kulturellen Leben zu leisten.“

Sängerkreischef Voss sagte: „Ich fühle mich heute wie ein Geburtstagskind, das ein Geschenk bekommt, Live-Chormusik“. Das sei in der Region fast zwei Jahre nicht möglich gewesen. In vielen Chören sei der Betrieb zum Erliegen gekommen. „Mir kam es vor, als wäre ich das Sorgentelefon“, sagte Voss. Viele Vereinsvertreter hätten ihn angerufen und ihm ihre Probleme geklagt. Die „Eintracht“ könne in solchen Zeiten stolz sein, einen Vorsitzenden wie Schüler zu haben, der Tag und Nacht für seinen Chor da sei.

Im Konzert war dem 40 Männer starken Chor die lange Pause nicht anzumerken. Präsentiert wurde eine Mischung aus altbewährtem Repertoire und neu einstudierten Liedern. In Hälfte eins bot die „Eintracht“ auf sehr gutem Niveau die Klassiker „Das Morgenrot“ von Pracht und „Frisch gesungen“ von Silcher., die romantischen Naturbeschreibungen „Maiennacht“ und „Sommermorgen“ sowie die Wanderlieder „Musikanten wollen wandern“ und „Der frohe Wandersmann“. Passend, wie Dünnes findet, denn durch Corona sei Wandern wieder zum Trend geworden. In Hälfte zwei folgten dem „Gebet im Gebirge“ die romantischen Werke „Liebeslied im Garten“ sowie „Schöne Nacht“. In „Das Lieben bringt groß Freud“ verlieh der zeitgenössische Komponist Maarten van Ingelgem einem alten Volkslied einen modernen Klang. Mit dem Tanzlied „Zum Tanze da geht ein Mädel“ verabschiedete der Chor sich. Schüler konnte die Gäste nur vertrösten, dass hoffentlich nach dem nächsten Konzert wieder ein gemütliches Beisammensein erlaubt sei.

Robin Klöppel

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