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NNP vom 16.11.2013: „Ein eindrucksvolles Konzert“

Von Willibald Schenk

Chorvereinigung „Liedertafel“ hatte sich tolle Mitwirkende eingeladen

Wenn die Chorvereinigung „Liedertafel“ Oberzeuzheim zu ihrem Herbstkonzert einlädt, dann kann man gewiss sein, ein ansprechendes Programm präsentiert zu bekommen.

Hadamar-Oberzeuzheim. So war es auch in diesem Jahr in der schön dekorierten Mehrzweckhalle, die wieder gut gefüllt war. Darüber freute sich Martina Hagel, die Vorsitzende des gastgebenden Chores, die auch die Moderation übernommen hatte. Um es vorwegzunehmen: Es war ein Konzert mit eindringlicher Wirkung. Denn sämtliche Darbietungen waren nicht nur von Qualität geprägt, auch die Literaturauswahl ließ erkennen, dass sich die Gastchöre entsprechend ihres Leistungsgrades effizient darstellten.

Die gastgebende „Liedertafel“ machte den Anfang unter der bewährten Leitung von Stefan Heep mit purer Romantik. „Die Post im Walde“ von Heinrich Schäffer im gemischten Chorsatz von Wilhelm Steinheuser sorgte bereits durch das makellose Trompetensolo von Marlene Hagel für einen wirkungsreichen Einstieg des ersten Programmblocks.

Der Chor verfügt über zahlreiche klangvolle junge Stimmen, die mit den erfahrenen Choristen schön harmonieren. Wunderschön kam die „Nachtigall“ von Mendelssohn Bartholdy zur Geltung, ein anspruchsvolles Stück, in dem gerade die Frauenstimmen in den exponierten Lagen gefordert sind. Das irische Volkslied „Letzte Rose“ im Satz von Gerhard Wind mit einem innig gesungenen Solo von Irmgard Weber war ebenfalls von eindringlicher Wirkung.

Mit den Männerchören „Germania“ Niedertiefenbach (Dirigent Jürgen Grün) und dem MGV „Eintracht“ Erbach/Taunus (Leitung Karl-Wilhelm Dünnes) ist die „Liedertafel“ schon lange freundschaftlich verbunden. Zwei Chöre mit unterschiedlichen Klangstrukturen und Zielsetzungen. Die „Germania“ Niedertiefenbach arbeitet mit Jürgen Grün gut zusammen. Mit einem kernigen Stimmenmaterial und klangvollen Registern befand sich der Chor durchaus im „Schäfers Sonntagslied“ von Conradin Kreutzer auf der romantischen Linie, die auch im einem der bedeuteten geistlichen Werke von Friedrich Silcher, dem „Sanctus“, zum Tragen kam. Nuancenreich und mit einer Spur dynamischer Empfindsamkeit werden die Chorwerke und Volklieder interpretiert.

Dass der MGV „Eintracht“ Erbach in Karl-Wilhelm Dünnes einen tüchtigen Chorleiter hat, daran ist nicht zu zweifeln. Hinsichtlich des Wettbewerbsgedanken befindet sich der bewegliche Männerchor immer auf der Erfolgslinie, was schon sein Vorgänger Hubertus Weimer unter Beweis stellte. Dass die Erbacher in Oberzeuzheim einen großen Publikumserfolg verzeichnen konnten, war ganz klar. Mit einer Auswahl bedeutender geistlicher Gesänge („Ubi caritas“ von Ola Gjello und „Beati mortui“ von Mendelssohn) über klangvolle Spirituals (zum Beispiel „I will praise, o Lord“ von Knut Nystedt) bis zu anspruchsvollen Kunstliedern von Franz Schubert und Richard Rudolf Klein überzeugte der Chor mit viel Hingabe und Ausdruck. Großer Beifall war ihm sicher.

Aber auch dem gastgebenden Chor, dem der Abschluss vorbehalten war. Neben dem „Siyahamba“ aus Südafrika eroberten die Sängerinnen und Sänger vor allem mit dem begeistert swingenden Marienlied „Gegrüßest seist du Königin“ (nach dem Musical „Sister act“ im Satz von Patrick J.Wippel). Da schwippten sogar die Zuhörer mit. Nicht zu vergessen der 16-jährige Ba Pham Trung, ein begabter Schüler der Klavierklasse Elita Vilcane (KMS Limburg), der das „Adagio“ aus der Sonate c-Moll (Beethoven) und die Konzert-Etüde von Franz Liszt virtuos spielte.

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