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NNP vom 20.12.2017: „Leidenschaftliche Männerstimmen“

Oberbrechen – Der MGV „Eintracht“ beschließt sein Jubiläumsjahr mit einem ergreifenden Adventskonzert

Das Nahen der Christgeburt hat Niederschlag gefunden in berührenden Liedern. Viele von ihnen waren in der Pfarrkirche Heilige Sieben Brüder zu hören. Der Männergesangverein „Eintracht“ hatte zum letzten Konzert im Jubiläumsjahr eingeladen.

VON RÜDIGER FLUCK

Die Sänger aus Oberbrechen stellten sich am Ende ihres Jubiläumsjahrs zum 150-jährigen Bestehen einer Herausforderung – und meisterten sie eindrucksvoll unter ihrem neuen musikalischen Leiter Maximilian Schmitt. Besonders bei dem breiten und doch streng gefassten „Maria durch ein Dornwald ging“ gefiel die Geschlossenheit der Männerstimmen, die es auch verstanden, den Satz von Franz Biebls „Mond und Sterne neigen“ spannungsreich vorzutragen.

Souverän und formbestimmend mit einer auffallend weichen Bassführung präsentierte sich der MGV „Eintracht“ Erbach. Karl-Wilhelm Dünnes führte die Männerstimmen sicher durch alle Bereiche der Dynamik und der Klangfarben. Leuchtend und von einer überzeugenden Ausdruckskraft war Beethovens „Hymne an die Nacht“ nach einem Satz von Joseph Haas – hierbei zeigten die Sänger, mit wie viel Leidenschaft vokale Musikkultur dargeboten werden kann.

Seit der Gründung des Ensemble „Vocapelle Limburg“ 2007 leitet Tristan Meister diesen Männerkammerchor mit seinen außergewöhnlichen Sängern, von denen die meisten ihre musikalische Heimat bei den Domsingknaben haben.

Symbole und Bilder

Dass Advents- und Weihnachtslieder in ihren Texten recht unterschiedliche Symbole und Bilder transportieren können, demonstrierten die Sänger mit ausgewogener Balance und intonatorischer Sicherheit bei „La marche du rois“ (Robert Sund) und „Ding! Dong! Merrily on high“ (Göte Widlund). Klanglich und dynamisch ausbalanciert und mit einer weiten Klangfülle wurde das bekannte „Machet die Tore weit“ von Andreas Hammerschmidt gestaltet. Bei „The Long day Closes“ (Arthur Sullivan) war der Vortrag dem gefühlvollen Inhalt dieses Liedes angepasst, und mit dem „Ave Maria“ von Franz Biebl, vorgetragen von drei Solisten zusammen mit dem Chor, zeigte Meister viel Gespür für empfindsames Gestalten. Höhepunkt waren der gemeinsame Auftritt der drei Männerchöre unter der Leitung von Maximilian Schmitt mit „Es ist ein Ros entsprungen“ und das gemeinsame Schlusslied mit den Zuhörern: „Macht hoch die Tür“, an der Orgel von Carsten Trost begleitet. Der Applaus und die Begeisterung der Zuhörer zeigte einmal mehr, dass der Advent, wenigstens in unseren Herzen, die stille Zeit des Nachdenkens und der Besinnung ist.

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