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NNP vom 24.11.2014: “Mal traditionell, mal ungewohnt”

Von Robin Klöppel

Mit zahlreichen befreundeten Sängern aus dem Umland hat der Sängerchor „Frohsinn“ ein vielfältiges Herbstkonzert gestaltet.

Direkt nach dem „Augustin“ hatte es der Limburger Kammerchor schwer. Weil eher ruhigere Werke wie „Sure on this shining night“, „Tourdion“ oder Elgars „Lullaby“, noch so hochklassig für Amateurverhältnisse vorgetragen, nur schwerlich den Stimmungsbogen steigern konnten. Der Kammerchor merkte es selbst an den Reaktionen, dass der Großteil der Zuhörerschaft an diesem Abend vor allem kurzweilige Beiträge hören wollte. Denn als er zum Schluss dann die Schiene wechselte und Elgars frisch klingendes „The Dance“ anstimmte, war das Publikum sofort wieder da und sorgte für begeisterten Applaus. Am Können des Kammerchores unter der Leitung von Frank Hilgert kann aber freilich niemand irgendetwas mäkeln. Wunderschön waren die Stimmen und sie harmonierten unter der professionellen Klavierbegleitung von Hanno Scherhag prächtig. Gleich zu Beginn beim „Herbstlied“ von Mendelssohn oder bei „Spätherbst“ von Brahms war zu hören, warum dieser Chor auch überregional in Sängerkreisen so hoch gelobt wird. Sehr ansprechend war im ersten Teil des Kammerchorprogramms auch die Interpretation von Piazollas fremd wie interessant klingendem „Invierno Porteno“.

Preisträger-Chöre

Einen bleibenden Eindruck hinterließ aber genauso der mit Projektsängern verstärkte MGV „Eintracht“. Die Sänger aus Erbach mit ihrem Leiter Karl-Wilhelm Dünnes zeigten, warum sie vor wenigen Monaten Zweite beim Internationalen Chorfestival in St. Petersburg geworden waren und ihr Dirigent dabei gar als bester des kompletten Wettbewerbes ausgezeichnet wurde. Sie setzten vor allem auf traditionelle Klänge mit „Wachet auf“, „Abendfrieden“ oder „Die Nacht“, bei denen jedes Detail stimmte. Einmal mehr zeigte bei „Kein schöner Land“ Hans-Albert Demer als Solist, dass er zu den großen Stimmen der Region gehört. Gegen Ende wurde die „Eintracht“ mit den Gospels „Somebody’s knocking at your door“ und „I will praise thee o Lord“ frischer und internationaler. Als Zugabe gab es zur Erinnerung an die jüngste Russland-Reise noch „Tebje Pojem“.

Die Obertiefenbacher Sängerinnen und Sänger des gemischten „Frohsinn“-Chores unter der bewährten Leitung von Günter Pörtner und mit Frank Hilgert am Piano machten deutlich, dass sie mit weiterhin mit großem Engagement ihrem Hobby nachgehen. Man hatte jedenfalls den Eindruck, dass Pörtner das Optimum aus seinen Aktiven herausholte. Vorträge wie „Freude spendet uns das Leben“, die deutsche Version von „Glory Hallelujah“, „Amazing Grace“ sowie „The Blessing of Aaron“ zum Abschieds überzeugten das „Frohsinn“-Stammpublikum.

Im Rahmen des Konzerts erhielt Hubert Engelhart durch den Vereinsvorsitzenden Andreas Leber und Sängerkreischef Gerhard Voss eine Ehrung für 40-jähriges aktives Singen. Urkunden für 50-jährige Mitgliedschaft gingen an Erich und Toni Jung. Voss riet dem Publikum, einfach unverbindlich bei einer Chorprobe reinzuschnuppern.

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