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NNP vom 26.04.2017: “Die Eintracht lockt den Frühling”

Gute Vorzeichen für den 125. Geburtstag des Männerchores im kommenden Jahr

Wenn auch der Frühling bei uns auf sich warten lässt – beim Konzert des MGV “Eintracht” Erbach in der Erlenbachhalle unter dem Motto “Frühling am Bodensee” erlebten die Zuhörer einen musikalischen Blütenzauber, der diese Jahreszeit des Naturerwachens in besonders eindrucksvollen Bildern und Liedern beschrieb.

Von Dr. Rüdiger Fluck

Bad Camberg-Erbach. Der Chorzyklus “Frühling am Bodensee” für Männerchor, Tenor und Klavier des bekannten Komponisten Rudolf Desch erzählte in schön klingenden Tonsätzen von den vielfältigen Eindrücken in dieser Jahreszeit. Den Sängern des MGV “Eintracht” Erbach gelang der sensible Umgang mit der Dynamik, sie wussten auch mit der Vielfalt der Klangfarben umzugehen und zusammen mit dem Solisten Hubert Schmid (Tenor) und seinem Begleiter Lukas Rommelspacher am Flügel flossen die unterschiedlichen Stimmungen der Partitur zusammen und berührten die Zuhörer besonders durch ihre Unmittelbarkeit.

Bei den doch selten zu hörenden sechs Liedern aus “Lotosblätter” Op. 19 von Richard Strauss standen die musikalischen Emotionen der Lieder, die vom Tenor Hubert Schmid beeindruckend umgesetzt wurden, im Vordergrund. Mit direkter und klangschöner Tongebung am Flügel gelang es Lukas Rommelspacher, eine Spannweite von großer Dimension und eine stimmungsvolle Atmosphäre zu schaffen.

Höhepunkt: Schubert

Höhepunkte des Konzerts waren die Chorwerke und Lieder von Franz Schubert, in denen sich eine enge Verbundenheit zur Natur widerspiegelt; zwar lebt der Gesang im flüchtigen Augenblick des Erklingens, doch bei diesen romantischen Liedern und Chorsätzen waren die Eindrücke auf die Zuhörer sehr bewegend und nachhaltig. Der musikalische Leiter Karl-Wilhelm Dünnes ließ durch eine gute Balance seiner Männerstimmen beim “Nachtgesang im Walde” Text und Musik zu einer Einheit werden; so gelang es den Sängern, neben dem Rauschen des Waldes noch viele andere Naturbilder in Töne zu fassen und die Empfindungen auszudrücken, die in den Worten dieses Liedes versteckt sind und sie vermochten auch beim “Abendfrieden”, die unterschiedlichen Stimmungen dieses bekannten Satzes hervorzuheben. Mit schwebendem Gleichgewicht innerhalb der Männerstimmen demonstrierte Karl-Wilhelm Dünnes seine Klangvorstellungen beim Satz “Die Nacht” und eine dichte klangschöne Tongebung überzeugte auch beim “Nächtliches Ständchen”. Mit klaren eindeutigen Konturen, die vom harmonisch tonalen Gerüst bestimmt waren, setzten auch die Solisten mit ihren Schubertliedern Akzente. Beim “Trinklied” zusammen mit dem Männerchor überzeugte der Tenor Hubert Schmid durch die Mühelosigkeit und den Klang seiner Stimme, die sich auch im “Abendrot” schlank und transparent in ausdrucksstarken Passagen entfaltete und die Zartheit und Durchsichtigkeit der Schubertlieder demonstrierte. Nicht nur durch die Präzision ihrer Vorträge und ihr Einfühlungsvermögen, sondern auch durch die Begeisterung, mit der Hubert Schmid und sein Begleiter am Flügel Lukas Rommelspacher, mit hohen spieltechnischen Fähigkeiten, agierten, wussten die beiden Solisten zu gefallen. Der bekannte Chorsatz “Nachthelle” für Chor, Tenor und Klavier stand am Ende der Schubertiade; hier hatte der Chorleiter Karl-Wilhelm Dünnes noch einmal Gelegenheit, seine Sänger durch alle Bereiche der Dynamik und der Klangfarben zu führen; der Tenor Hubert Schmid zeigte viel Gefühl für die Einbindung seiner Stimme in den Chorklang. Mit diesem eindrucksvollen Konzert hat der MGV “Eintracht” Erbach sicher neue Freunde für den Chorgesang gewonnen und ist gut aufgestellt für seinen 125. Geburtstag im nächsten Jahr.

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